Teufelskreis auf Rädern: Vom Wohnmobil-Traum zum Werkstatt-Albtraum

Wenn der Teufel auf einen großen Haufen macht – und die Hoffnung zurückkehrt

Es gibt Tage, da fragt man sich, ob irgendwo da draußen ein Teufel mit einem Wohnmobil-Kalender sitzt, auf dem dick und fett steht: „Heute wieder Chaos anrichten!“ Unser Chally, gerade mal zwei Jahre alt, hat sich in kürzester Zeit vom Inbegriff der Freiheit zum Dauerpatienten in der Werkstatt verwandelt. Doch jetzt – nach Wochen des Wartens, Frusts und offenen Rechnungen – gibt es endlich ein kleines Aufatmen. Vielleicht dreht sich das Blatt.

Die Vorgeschichte: Vom Update in den Notlauf

Alles begann mit einem Getriebeproblem, das nie offiziell eines sein durfte. Fiat hüllte sich in Schweigen, obwohl sich genau bei unserer Modellreihe die Ausfälle häuften. Ich ließ das dringend empfohlene Softwareupdate durchführen – dachte, damit sei das Thema erledigt.

Doch kurz darauf: Alarm im Display. Getriebe- und Motorsteuerung im Notlauf. Diagnose: Komplettausfall des Getriebes, Austausch notwendig. Lieferzeit ungewiss – bis zu 12 Wochen. Was folgte, war Stillstand. Drei Wochen wartete ich – nicht auf das Getriebe selbst, sondern auf ein winziges, aber entscheidendes Teil: die Leitung zum Ölkühler.

Die Batterien – ein zweites Drama

Parallel dazu verabschiedeten sich die teuren Lithium-Batterien. Nach einem harmlosen App-Update waren sie tiefentladen – ein Zustand, der laut Technik eigentlich gar nicht passieren dürfte. Garantie abgelehnt, Schuldzuweisungen hin und her, am Ende: Austausch auf eigene Kosten. Wieder über 2600 Euro weg. Neue Batterien bestellt, aber auch diese brauchen Zeit.

Hoffnung am Horizont: Ein Termin!

Und jetzt, endlich, der Lichtblick:
Der Werkstattmeister hat den Einbautermin für das Getriebe bestätigt – nächste Woche geht’s los! Und nach Rücksprache mit dem Batteriemonteur scheint es auch dort endlich voranzugehen. Wenn alles klappt, ist Chally in wenigen Tagen wieder komplett einsatzbereit.

Zum ersten Mal seit Wochen kehrt vorsichtiger Optimismus zurück. Vielleicht wird der Sommer nicht komplett zur Standzeit. Vielleicht beginnt endlich das, was ursprünglich geplant war: Reisen, Freiheit,Entdecken.

Die Perspektive: Reise trotz Rückschlägen

Unser Chally wurde gekauft, um neue Wege zu erkunden – im Osten Europas, auf dem Balkan, im hohen Norden. Das kompaktere Fahrzeug sollte Respekt vor Fähren und Gebirgspässen vertreiben und mehr Leichtigkeit bringen. Und das wird es auch noch – nur etwas später als geplant.

Ob Nordlichter im Winter oder Bären in den Wäldern Albaniens: Der Traum bleibt. Noch steht das Wohnmobil, aber bald – ganz sicher bald – wird es wieder unterwegs sein.

Viel Schnee im Winter 2005 in Zell am See
Der alte Hafen von Dubrownik

Zwei Bilder aus der Zeit vor Chally

Fazit:
Der Teufel hat sich lange ausgetobt. Jetzt darf die Freiheit zurückschlagen. Der Sommer ist noch nicht verloren, die Abenteuer warten noch immer. Und Chally wird wieder rollen.

Motto: „Entdecke die Freiheit – mit Geduld, Humor und festem Willen.“

Was haben wir gelernt?

  1. „Geheime Rückrufe“ gibt es wirklich.
    Wenn Werkstattflure mehr wissen als der Hersteller, sollte man hellhörig werden. Manchmal hilft nur die Gerüchteküche, um rechtzeitig handeln zu können.
  2. Updates können mehr kaputt machen, als sie reparieren.
    Selbst gut gemeinte Softwareaktualisierungen können teuer werden – vor allem, wenn der Hersteller sich danach aus der Verantwortung stiehlt.
  3. Lithium-Batterien sind empfindlicher als gedacht – und teurer als einem lieb ist.
    Auch bei den besten Marken kann es knallen. Und wenn’s knallt, wird es teuer. Kulanz? Manchmal nur ein Wort.
  4. Geduld ist eine verdammt wichtige Fähigkeit für Wohnmobilbesitzer.
    Ersatzteile haben heute offenbar Weltreisecharakter. Selbst eine Leitung zum Ölkühler entwickelt Eigenleben und lässt sich Zeit.
  5. Freiheit beginnt oft in der Werkstatt.
    Der Weg zur Unabhängigkeit führt manchmal über lange Wartezeiten, Werkstattgespräche und das Durchhaltevermögen, trotzdem nicht den Kopf hängen zu lassen.
  6. Trotz allem: Die Vorfreude stirbt nie.
    Auch wenn’s teuer, nervig und frustrierend ist – das Gefühl von Freiheit, unterwegs zu sein, wiegt am Ende mehr als jeder Rückschlag.

So, das war’s! Wenn es Euch gefallen hat wäre ein Like sehr willkommen. Ein Kommentar, positiv oder konstruktiv negativ, ebenfalls.

Mal sehen wo der Wind mich hintreibt. Ich werde berichten.

Euer Günni. 

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