Jetzt geht’s lohoos

Endlich ist es soweit.

Blick auf das steinerne Meer von Zell aus

Der Weihnachtsmann?

Heute ist der 3. August 2025. Morgen – ja, morgen – kommt nicht der Weihnachtsmann, sondern unser Wohnmobil nach fast acht Wochen Zwangspause endlich wieder nach Hause! Es wird wieder seiner Bestimmung dienen: Reisen und Spaß machen.
Ein bisschen Unsicherheit schwingt natürlich mit, denn der Werkstattmeister hat, ganz sibyllenhaft, die Einschränkung gemacht: „Wenn alles gut geht.“ Aber bei unserem Pech mit dem guten Chally ist einfach kein Platz mehr für „Dazwischenkommen“. Wir sind optimistisch, dass diesmal alles glatt läuft!
Auf jeden Fall steht Freund Jo schon in den Startlöchern, um mich nach Trier zu fahren und die Fahrzeugübergabe zu übernehmen. Alle nötigen Vorbereitungen für die lange verschobene Reise sind so weit getroffen. Der Batteriewechsel in München ist für den 12.08.2025 geplant, und der Zeller Campingplatz Neunbrunnen ist bereits gebucht.
Alle Freunde in Zell sind vorgewarnt, dass das Unheil im Anmarsch ist – aber wir freuen uns trotzdem wie Bolle aufeinander! Wenn morgen Nachmittag alles vorbei ist, werde ich natürlich weiter berichten.

Heute ist der 07.08.2025. Es lief auch alles super. Sogar der Werkstattmeister erklärte mir, warum auf dem Lenkrad ein Sticker klebte, auf dem stand, dass bei Kilometerstand 5800 oder so ähnlich die Radmuttern nachgezogen werden müssten. Weiß man doch, oder? Na gut, ich habe jedenfalls meine Radmuttern nachgezogen – 180 Nm, versteht sich.

Prima, das Auto hatte eine neue TÜV-Plakette, einen Abgasbescheid und eine Inspektion. Die Kosten ohne TÜV-Gebühren lagen bei rund 1500 Euro. Die TÜV-Rechnung kommt separat nach Hause – na, das wird ein Spaß!

So, dann wollen wir mal, meinte Jo. Er erinnerte daran, dass Trier voller Baustellen sei und die Fahrt durch das Ruwertal mit Sicherheit schneller ginge. Jo ist mein alter Moped-Kumpel, und bei solchen Feststellungen wage ich keinen Widerspruch. Wir fuhren also durch das Ruwertal, und ich hatte oft den Eindruck, mein Chally hätte zwei Räder zu viel. Aber es war eine großartige Heimfahrt und ließ mein Herz höherschlagen – immer mit dem Gefühl, dass es bald losgeht.

Zurück zum Teufel. Ich bilde mir ein, ein leidlicher Autofahrer zu sein. Deshalb bleibt es mir unerklärlich, warum ich heute beim Rückwärts-Einparken das Auto eines Freundes beschädigt habe. Die Schadensregulierung läuft jetzt unter massivem Zeitdruck, denn ich muss am Dienstag in München sein. Müssen wir eben Gas geben!

Sonst hoffe ich, dass das nur ein bisschen Dünnschiss vom kleinen Teufelchen war. Kann kommen, was will – Hauptsache, ich kann weiter berichten und die Geschichte unter Kontrolle halten. Biss zum Reisebeginn ist noch etwas Zeit. 

Wird schon klappen.

Freitag der  08.08.2025 

Wird schon klappen? Dieses Mal hat mich das kleine Teufelchen wirklich an die Leistungsgrenze gebracht. Stress pur.

Der Tag beginnt um 08:00 Uhr mit einer Therapie beim Onkologen – natürlich pünktlich, weil ich ja kein Freund von Verzögerungen bin. Parallel dazu sitze ich am Laptop und präpariere die Schadensmeldung für die Versicherung. Das Auto ist in der Werkstatt, und ich muss es vorführen, um die Schäden am eigenen Fahrzeug zu dokumentieren. Die Werkstatt ist im Notbetrieb, weil das Werk in Kurzarbeit fertigt – typisch, oder? Zum Glück ist die gute Seele des Betriebs anwesend und kann mir helfen, alles zu organisieren.

Nach dem Werkstattbesuch geht’s zurück zum Unfallgegner, um die Personalien und den ganzen anderen Quatsch aufzunehmen. Man kennt das ja: Name, Adresse, Versicherungsnummer – das volle Programm.

Doch die Zeit drängt, denn es fehlen noch Einkäufe für die Fahrt. Also ab zu Aldi und Rewe – Kartoffeln, Zwiebeln, was man halt so braucht. Und natürlich darf der Grünschnitt nicht fehlen, der liegt noch im Garten. Den verschiebe ich aber auf Samstag, weil ich schon genug auf dem Zettel habe.

Der Arzt hat mir dringend geraten, das Rezept vom Onkologen unbedingt einzulösen, da hier in der Provinz die Apotheken samstags geschlossen sind. Also ab in die nächste Apotheke, bevor es zu spät ist.

Am Samstag nochmal zum Aldi, weil ich die Kartoffeln und Zwiebeln vergessen hatte – typisch. Den verschobenen Grünschnitt nicht vergessen, und dann noch ein kurzer Blick zu meinem Samstags-Stammtisch. Das Womo muss gepackt werden, Geld von der Bank geholt – ich drehe langsam durch. Und inmitten all dessen vergesse ich auch noch unseren Motorradstammtisch am Abend.

Der Sonntag ist dann komplett mit Packen des Inneren, Fahrrad- und Elektronikmontage ausgefüllt. Außerdem entsorge ich die Abfallbeutel, pflege die Blumen und versuche, den Überblick zu behalten.

Mir ist ein Rätsel, wie Hanne das alles geschafft hat. Ich habe mich immer nur um die Technik gekümmert.

Der Sonntag neigt sich dem Ende zu. Ein kurzes Abendbrot, und die Vorfreude auf den morgigen Tag kann starten.

Ich Hoffe und glaube, Jetzt fängt der Urlaub an!